KOBUS Pipe Puller

 

Grabenlose Auswechslung von Hausanschlussleitungen mit dem KOBUS®-Verfahren.

 

Die KOBUS® Pipe Puller Technologie ist für die grabenlose Hausanschlusserneuerung im statischen Aufwickelverfahren (DVGW- GW 325 Grabenlose Bauweisen für Gas- und Wasser- Anschlussleitungen) entwickelt worden.

 


Bild 1: KPP-400 Pipe Puller montiert am Minibagger

Mit dem Verfahren können Gas- und Wasserhausanschlussleitungen aus Kupfer-, Blei-, Stahl- und Polyethylen (PE) von DN 15 (1/4“) bis DN 32 (1¼“) mm grabenlos erneuert werden. Die Haltungslänge ist bis zu 25 m in Abhängigkeit von den Baugrundverhältnissen und den örtlichen Gegebenheiten.

 

Als Neurohre kommen Polyethylen (PE) Rohre bis zu einem Durchmesser von DN 40 (1 ½“) zum Einsatz. Die Auswechslung des Altrohres kann dimensionsgleich oder mit einem größer dimensionierten Neurohr erfolgen. Sowohl Standardrohre in SDR 11 als auch Rohre mit Schutzeigenschaften können verwendet werden. Auch der Einbau eines Schutzrohres zum Einbau der Produktrohrleitung ist möglich.

 

Die KOBUS KPP Serie umfasst zwei Gerätetypen:

KPP 300 - Diese Maschine ist eine Stand-alone Lösung für die eigenständige Handhabung, modular aufgebaut und wird von einem separaten Hydraulikaggregat angetrieben. Die maximale Zugkraft beträgt 10 Tonnen und ermöglicht so einen Einsatzbereich bei kürzeren Strecken und kleineren Durchmessern. Der modulare Aufbau ermöglicht auch den Einsatz in Bereichen mit eingeschränkter Zugänglichkeit (z.B. Gärten und Gebäude) und den Transport in einem Kasten- oder Pritschenwagen.

 


Bild 2: links KPP-300Pipe Puller, rechts KPP 400 Pipe Puller

KPP 400 – Der Pipe Puller ist die All-in-one Version als Anbaugerät für den Minibagger ab der 1,6 to Klasse. Der Antrieb erfolgt über die Zusatzhydraulik, sicher vom Fahrersitz aus. Die maximale Zugkraft beträgt 20 Tonnen und ermöglicht die volle Bandbreite an Anwendungen. Der Antrieb über den Minibagger reduziert das Investitionsvolumen und vermeidet zusätzliche Aggregate auf Baustelle. Der Transport erfolgt auf dem Trailer des Minibaggers oder auf der Ladefläche des Klein-Lkw. Das geringe Gewicht von nur 320 kg erlaubt die Verwendung der bestehenden Transportkonzepte.

Die KOBUS Pipe Puller sind die ideale Ergänzung zur Verlegung in offener Bauweise und der grabenlosen Neuverlegung mittels Bodendurchschlagsrakete oder HDD Kleinbohranlage. Überall dort wo die bestehende Trasse genutzt werden soll, die Altleitung entfernt werden muss oder Fremdleitungen die offene Bauweise und die grabenlose Neuverlegung verhindern, kommt das KOBUS Verfahren zum Einsatz.

Die grabenlose Auswechslung von Hausanschlussleitungen vermindert Schäden an bestehender Infrastruktur, reduziert die Beeinträchtigung von Anwohnern, Umwelt und Verkehr und spart Ressourcen ein. Verfüllmaterial, Bodenaustausch und Oberflächenaufbruch werden auf ein Minimum reduziert und so Kosten eingespart. Die deutlich reduzierte Bauzeit minimiert die Beeinträchtigung der Anschlussnehmer und minimiert Notversorgungs- und Ausfallzeiten.

 

Verfahrensschritte:

  1. Im Bereich der Versorgungsleitung wird eine minimale Baugrube hergestellt und die Hausanschlussleitung vom Netz getrennt. Im Bereich des Hauses wird entweder ebenfalls eine Baugrube erstellt oder direkt aus dem Keller des Hauses gearbeitet. Der Hausanschluss wird dort ebenfalls von den Absperr- und Zählereinrichtungen getrennt und freigelegt. Nun kann das Stahl-Zugseil vom Haus zur Versorgungsleitung eingeschoben oder gezogen werden. Am Stahl-Zugseil ist hausseitig ein auf den Altrohrdurchmesser angepasster Schubkopf mit Mitnehmersockel montiert. Am Mitnehmersockel wird nun das Polyethylen (PE) Neurohr mittels eine schraubbaren Zugkopfes befestigt.

 


Bild 3: Blick auf Altrohr, Stahl-Zugseil, Schubkopf und Mitnehmersockel

 

  1. Der KOBUS Pipe Puller kann nun in der Baugrube an der Versorgungsleitung installiert und ausgerichtet werden (KPP-300 als Stand-alone Lösung oder KPP-400 als Minibagger-Anbaugerät). Beim KPP-400 kann die Abstützung des Umlenkbaums um 360° gedreht werden, das ermöglicht eine optimale Positionierung des Mobilbaggers unabhängig von den örtlichen Gegebenheiten (Einbauten, Fahrzeuge, Gebäude…). Ist der Pipe Puller in der Baugrube sicher eingebaut und die Ortsbrust fest abgestützt, kann das Zugseil auf der Trommel des Pipe Pullers fixiert werden.

 


Bild 4: Ausrichtung KPP-400 in der Baugrube an der Versorgungsleitung


Bild 5: KPP-400 in der Baugrube unter beengten Platzverhältnissen

  1. Ist der Auf- und Einbau der Maschinentechnik und Ausrüstung beendet, beginnt der eigentliche Auswechslungsprozess durch kontinuierliches Aufwickeln des Stahl-Zugseils mit dem Altrohr auf die Trommel des Pipe-Pullers. Beim KPP-400 nutzt der Bediener dazu die Einrichtungen des Steuerstandes in der Kabine des Minibaggers. Das gewährleistet ein Höchstmaß an Arbeitssicherheit und Bedienkomfort. Der Einbau des Neurohres erfolgt entweder in einem Arbeitsschritt mit dem Aufwickeln des Altrohres, oder in einem separaten Arbeitsschritt.

 


Bild 6: KPP-400, Aufwickelvorgang des Kupfer Altrohres

 


Bild 7: Einbau PE Rohr DA 25 mm

 

  1. Nach der Auswechslung des Altrohres wird der Zugkopf vom Neurohr getrennt. Das Neurohr wird dann nach Prüfung und Vorbereitung an die Versorgungsleitung angeschlossen.

 

Das auf der Trommel befindliche Altrohr kann nun von der Trommel entfernt werden und kann je nach Werkstoff einem Recyclingprozess zugeführt werden. Bei Altrohrleitungen aus PE kann das Stahl-Zugseil mehrfach verwendet werden. Bei Kupfer-, Blei- und Stahlleitung verbleibt das Stahl-Zugseil im Altrohr.

 


Bild 8: KPP-400, Trommel mit aufgewickeltem Altrohr

 

Vorteile:

  • Schnell und unkompliziert
  • Sicher
  • Effektiv
  • Umweltfreundlich
  • Reduziert Beeinträchtigungen und Gefahren